Wenn man von Kampffisch spricht, stutzen viele Fischliebhaber, das ist der der alle anderen Fische bekämpft, nein der macht unsere anderen Fische doch Tot, das ist doch ein Kampffisch! Was eine Name doch alles sagt oder was die Liebhaber sich darunter vorstellen möchten, ist es Wahrheit oder Phantasie, ich möchte in diesen Bericht ein wenig aufklären über den wahren Kampffisch.
Die Heimat der Kampffische ist Asien, wie viele Arten es eigentlich gibt weis keiner so genau, immer wieder werden von neuen Betta`s oder Fundortvarianten in den Fachzeitschriften berichtet. In der IGL (International Gemeinschaft der Labyrinthfische) sind in den Bestandslisten 85 verschiedene Arten oder Fundortvarianten auf geführt .Man teilt die Kampffische in zwei Gruppen auf, die Maulbrüter und die Schaumnestbauer.
Wir beschäftigen uns mit den Betta splendes, den Siamesischen Kampffisch einen Schaumnestbauer.
Name
Betta Kämpfer?????
splendes (lat.) glänzend, prächtig
Dieser erst 1910 beschriebene Fisch ist mit Abstand die bekannteste und am häufigsten
gehaltene Betta- Art bei den Aquarianern.
Verbreitungsgebiet ist ganz Hinterindien. Er ist in Seen, langsam fließenden Kanälen und Bächen, vor allem aber ist er in kleinen und kleinsten Tümpeln und auf den überschwemmten Reisfeldern anzutreffen. Die Wildform erreicht eine Länge von gut 6 cm, die Männchen haben eine runde Rücken und Schwanzflosse. Die Weibchen zeigen oft zwei dunkle Längsstreifen am Körper. Sie sind von den Männchen leicht an ihrer geringeren Größe und den schwächer entwickelten Flossen zu erkennen. Ihr Leib ist meist fülliger ( Laichansatz). Bei nicht zu jungen Tieren erkennt man die beim Weibchen die weiß hervortretende Genitalpapille. Die Wildform hat kurze Flossen und ist schwierig zu bekommen, anders die Zuchtform, der Schleier Kampffisch, mit stark verlängerten Flossen.
Haltung:
Kampffische stellen an ihren Aquarium folgende Ansprüche:
Keine starke Wasserströmung
Gut Bewachsene Aquarien mit möglichst einer Schwimmpflanzendecke
Die Wassertemperatur sollte nicht unter 25° liegen
Wenn sie ihn diese Bedingungen bieten können sie ihn paar weise in kleineren Aquarien halten oder sie bieten ihn ein großzügiges Aquarium mit anderen Fischen. Vergesellschaften kann man ihn mit sehr vielen Fischen, so habe ich ihn mit anderen Labyrinthfischen zusammen gehalten aber auch durchaus mit Zwergbuntbarschen, Salmlern, Barben, Lebendgebärenden mit Ausnahme vom Guppymännchen mit großen Fächerschwänzen, dieser wird er als Gegner betrachtet was den Guppy nicht sehr gut bekommt, seine Flossenpracht würde großen Schaden nehmen, schade um den Guppy.
Man kann also den Kampffisch durchaus mit vielen Fischen Vergesellschaften, man sollte eher aufpassen das er nicht von anderen Fisch wegen seiner langen Flossen belästigt wird, er selbst verhält sich gegenüber anderen Fischen doch recht friedlich, von Guppy einmal abgesehen. Viel wichtiger ist die Frage wie viele Männchen kann ich im Aquarium halten, denn sie sind untereinander sehr streitsüchtig. Es hängt von verschieden Faktoren ab, ein wesentlicher Faktor ist die Größe des Aquariums und deren Bepflanzung. In der Natur leben ja auch mehrere Männchen in den gleichen Tümpel oder Fluß, hier hat der unterlegene die Möglichkeit, sich aus den Revier des Dominierenden Männchen zu entfernen, können sie dies in unseren Aquarien auch? Das ist die eigentliche Frage auf die wir ehrlich antworten müssen. In kleinen Aquarien kommt es zum Kampf, hier ist es dann ein Kampf auf Leben und Tod. Bei der gemeinsamen Aufzucht der Jungtiere gibt es nach meinen Erfahrungen keine größeren Probleme, ich selbst hatte rund 60 Jungtiere in meinen 2 Meter langen Aquarium bei sehr dichter Bepflanzung aufgezogen.
Zucht:
Die Zucht ist leicht, darunter leidet oft die Qualität. Erfahrende Züchter nehmen sich schon bei der Auswahl des geeigneten Paares schon sehr viel Mühe, man will ja schließlich kräftige und farblich beeindruckende Tiere vor zeigen, Qualität geht ganz klar vor Quantität.
Hat man nun ein Zuchtpaar ausgewählt, richtet man als erstes das Aquarium ein. Ich selbst nehme Aquarien von 80 cm Länge, die ohne Bodengrund und mit Schwimmpflanzen und jede Menge Wasserpest eingerichtet sind. Hier kommt das Laichbereite Weibchen einen Tag vor den Männchen ins Becken, die Temperatur beträgt bei mir 30°. Schnell zeigt das Männchen wer hier Chef ist und steckt sein Bereich wo er sein Schaumnest errichten will ab, hier ist Frauen freie Zone bis das Nest fertig ist, sollte sie sich einmal nicht daran halten wird sie sehr bestimmt verjagt. Dies kann in kleinen Aquarien mit wenig Deckung oft zur Verletzung der Weibchen führen, sie sind ebbend kämpferische und Bestimmende Liebhaber, sie bestimmen wann es los geht und nicht das Weibchen. Ist das Nest fertig lockt er jetzt das Weibchen unter das Nest, hier wird das Weibchen umschlungen und dabei so gedreht das die Eier direkt unter den Nest ausgestoßen werden, da es schwimmeier sind treiben sie an der Wasseroberfläche und werden nach jeden Laichakt von Männchen eingesammelt und ins Nest gespuckt. Nach Beendigung der Laichphase wird das Weibchen nicht mehr in der Nähe geduldet und von Männchen energisch verjagt, hier kann es zu Verletzung der Weibchen kommen.
Rührend kümmert er sich um die Eier, das Nest wird mit weiteren Schaumblasen ausgebaut, bis es den ausreichenden Schutz bietet. Die Jungen schlüpfen nach ca. 35 Stunden und schwimmen nach 4 Tagen frei. Immer wieder versucht das Männchen nun die junge Bande zusammen zu halten und spuckt sie immer wieder ins Nest zurück, irgend wenn wird ihn das zu viel, an dieser Stelle sollte das Männchen (wenn noch nicht gesehen auch das Weibchen) heraus gefangen werden. Der Wasserstand sollte auf ca. 10 cm gesenkt werden. Die Aufzucht der jungen erfolgt bei mir immer mit Milchpulver und später mit Artemia. Sobald man bei den Tieren die Geschlechter unterscheiden kann werden die Männchen in kleinen Gläsern einzeln, bei täglichen Wasserwechsel aufgezogen. Mehre Gläser stehen nebeneinander und haben ein Pappstück als Sichtschutz, dieses muß mehrmals am Tag entfernt werden jetzt sehen sich die Tiere und denken, da ist ein Eindringling den sie bekämpfen müssen, so pumpen sie ständig das Blut in die Flossen, die sie versuchen bis zum zerreißen zu spreizen. So werden die Flossen länger und länger, bis wir einen wunderschönen Schleicher Kampffisch Betta splendes haben.
Wolfgang Heller