Ich will Aquarianer werden, was sollte ich tun?

Das ist eine gute Frage. Es gibt immer mehr Leute, die sich durch den Anblick eines Aquariums angezogen fühlen. Da kommt oft eine spontane Begeisterung auf und man will auch so ein wunderschönes Aquarium haben.

Hier werden die Weichen für den Erfolg oder Mißerfolg gestellt.

Viele gehen einfach in das nächste Zoofachgeschäft und lassen sich beraten und kaufen dort "alles was sie brauchen". Hier kommt es auf die Qualität des Zoofachgeschäftes an, ob der "Neuaquarianer" Erfolg hat oder nach einiger Zeit wieder aufgibt.

Wir wollen hier einige Tipps geben, die den Einstieg erleichtern können.

Information:

Information ist, neben der Geduld, das entscheidende Wort in der Aquaristik. Doch wo soll ich mich informieren?

Einige gehen als Gast in einen Aquarienverein und informiere mich dort. Wir als Mitglieder eines Aquarienvereins sagen natürlich, eine gute Idee. Aber viele scheuen sich oder es ist kein Aquarienverein in ihrer Nähe.

Hier sollte man sich an das schöne alte Buch erinnern.

Als wichtigstes Werk ist der "Aquarien Atlas" Band 1 (Mergus Verlag, ISBN 3-88244-065-1), bei allen Aquarianern beliebt. Es informiert über alles kurz und verständlich und zeigt eine Auswahl der wichtigsten Wasserpflanzen und Fische.

Eine Investition die sich immer lohnt.

Hat man sich nach der Informationsphase entschieden ein Aquarium anzuschaffen, muss man jetzt überlegen, wie groß mein Aquarium werden soll oder was für ein Aquarium kann ich mir leisten. Wie alles im Leben, zwingt uns das Geld viele Entscheidungen auf.

Es sollte klar sein, je größer ein Aquarium ist, je leichter lässt es sich pflegen.

Auch richtet sich der Fischbesatz nach der Größe des Aquariums. Für einen Schwarm Salmler oder Barben reicht ein Aquarium von 60 Liter. Für Buntbarsche beginnt es ab 100 Liter aufwärts. Hier gilt wieder, je größer je besser. Für ein Gesellschaftsaquarium gilt das Gleiche, wie für die Buntbarsche.

Standort:

Eine wichtige Frage. Wo soll das Schmuckstück denn stehen und worauf?

Als erstes müssen wir wissen, daß ein Aquarium eine Menge Gewicht hat und welche Anrichte oder Schrank hält das aus. Als Faustregel für das Gewicht kann man sagen: 1 Liter Inhalt entspricht 1 Kilo, also ein 100 Liter-Aquarium wiegt 100 Kilo plus Eigengewicht des Beckens! Haben wir keinen Schrank der das Gewicht aushalten kann, muss ein spezieller nterschrank für unser Aquarium angeschafft werden.

Auch sollte das Aquarium nicht unbedingt den Sonnenstrahlen ausgesetzt sein, dies fördert das Algenwachstum.

Das Aquarium muss genau in der Waage stehen. Da dieses nicht immer millimetergenau möglich ist, legt man eine Styroporplatte von ca. 1- 2 cm zum Ausgleich unter das Becken.

Auch an die Bedienbarkeit der Anlage sollte gedacht werden wie z.B.

Energieanschlüsse für die Stromzufuhr, Wasserwechsel, aber auch die Installation und Wartung der notwendigen Technik muss mit geringem Aufwand möglich sein.

Außerdem sollte unserer Schmuckstück ein Blickfang sein und zur Wohnlandschaft passen. Nur so erreichen wir die Aufmerksamkeit unserer Gäste und wecken ihre Neugier. Also eine echte Werbung für die Aquaristik.

Einrichtung:

Bevor man nun das Becken einrichtet, ist es gut, seine Ideen vorher auf einem Blatt Papier darzustellen. Hier sieht man am besten, was man will.

Über folgende Punkte muss ich mir Klarheit verschaffen.

  1. Gestaltung der Rück- und Seitenwände

  2. Bodengrund

  3. Einrichtung

  4. Bepflanzung

  5. Technik

Zu jedem dieser Punkte, kann man ein eigenes Buch schreiben. Ich will hier nur einige Tipps geben und die Punkte kurz anreißen.

Rückwände

Die Rück- und Seitenwände, können beliebig gestalten werden. Hier sind oft eigene Ideen gefragt. Eines muss dem Neu-Aquarianer klar sein, er will durch die Gestaltung der Rückwand eine möglichst große Tiefenwirkung erreichen. Der Betrachter soll glauben, dass unser Aquarium tiefer ist als in Wirklichkeit. Der Ideenreichtum ist hier unendlich. Einige bauen ganze Kästen als Rückwand und modulieren diese als wahre Unterwasserlandschaften. Andere gestalten sie mit Kork, Farbe, Schieferplatten, Styropor, Bambus oder aus Kunststoff. Nur denen nichts einfällt, kaufen sich im Zooladen eine Fototapete.

 

Bodengrund

Bevor man sich mit den verschiedenen Möglichkeiten beschäftigt, sollte man aus Sicherheitsgründen eine dünne Styroporplatte in das Aquarium legen, so können Steine oder Kies der Glasplatte keinen Schaden zufügen. Gleichzeitig habe ich durch verschieden große Styroporstücke die Möglichkeit der Absatzgestaltung im Aquarium.

Als Bodengrund gibt es in den Zoogeschäften Kies oder Sand in verschiedenen Körnungen. Sie werden gewaschen ins Aquarium gebracht. Da sie steril sind, müssen anschließend die Nährstoffe für unsere Wasserpflanzen hinzugegeben werden. Wer sich etwas Mühe machen möchte, holt seinen Kies aus einen Fluss, möglichst aus einer Biegung, wo sich der feinere Sand absetzt. Hier sind alle Nährstoffe enthalten und unsere Wasserpflanzen haben eine optimale Versorgung. Diese Methode ist nicht nur preiswerter, sondern verhilft uns auch zu einem kleinen Spaziergang.

Einrichtung

Als zusätzliche Einrichtung sind immer wieder verschiedene Versteckmöglichkeiten beliebt.

Steine, fertige Höhlen oder Moorkienholz haben sich bewährt. Mit den Steinen lassen sich verschiedene Höhenunterschiede gut abtrennen. Fertige Höhlen zwischen den Wasserpflanzen dienen als Versteck und sind für die Fische hervorragende Reviere. Die passende Wurzel gibt dem ganzen den letzten Schliff.

Bepflanzung

Die Bepflanzung ist gar nicht so einfach.

Als erstes überlegt man sich: welche Pflanzen haben welche Bedürfnisse. Soll man sie in Gruppen pflanzen oder sind es Solitär-Pflanzen oder gar Schwimmpflanzen. Auch spielen hier die Lichtbedürfnisse eine entscheidende Rolle: kann ich den Pflanzen das benötigte Licht bieten?

Oft bekommt man nicht die Pflanzen, die man gerne an bestimmte Punkte setzen möchte. Hier müssen Kompromisse gemacht werden. Jetzt bewährt sich die o.g. Skizze und man zeichnet dort die Pflanzen nach der gewünschten Form und Eigenschaften ein. So kann man sich die Pflanzen kaufen, die angeboten werden und in den Plan passen. Meistens bekommt man nur so seinen Willen. Auch bei der Auswahl der Wasserpflanzen ist uns unser Aquarien Atlas behilflich.

An dieser Stelle werde ich für diese Ausgabe der Flossenpost enden.

Dieser Artikel kann und soll nur einen kleiner Überblick und ein Einstieg in die Aquaristik sein und die Fantasie des Aquarianers anregen. Ein paar kleine Tips sind manchmal doch recht hilfreich.

Also bis zum zweiten Teil "Ich will Aquarianer werden, was sollte ich tun? "

Wolfgang Heller

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